Kategorie: Best Cases
Mitglieder des VKK zum Swisscom-Blackout
15. November 2010 von Gaudenz Weber | 1 KommentarDer VKK äussert sich zum FCSG-Desaster
30. August 2010 von admin | keine KommentareIn der Samstags-Ausgabe des St. Galler Tagblatts äussert sich der Präsident des Schweizer Verbandes für Krisenkommunikation zum Kommunikationsdesaster des FC St.Gallen.
ST.GALLEN. Der Kanton St.Gallen erfüllt die Forderung nach mehr Transparenz und publiziert ergänzendes Zahlenmaterial zur Sanierung der AFG-Arena- Gesellschaften. Ein Akt des Nachbesserns im Schockzustand, doch die Kritik bleibt – zumal am «katastrophalen Krisenmanagement».
«Weckt ungute Gefühle»
Weit weniger Fachwissen braucht es für die Erkenntnis, dass die Kommunikation versagt hat. Da ist sich das Publikum einig – vom Stehplatz bis zur teuersten Loge. Roger Huber, Präsident des Schweizer Verbandes für Krisenkommunikation mit Sitz in St. Gallen, bringt es auf den Punkt: «Der Auftritt des FC St.Gallen ist missglückt. Erneut wurde es verpasst, Transparenz zu schaffen, erneut wurde die Emotionalität beim Faktor Geld unterschätzt. Wer immer wieder Geld von den Steuerzahlern fordert, muss transparent sein, sonst verliert er das Vertrauen und wird angreifbar. Der Fall Swissair – nicht nur in der Kommunikation – hat gezeigt, dass solches Gebaren und Intransparenz in einer Katastrophe endet.»
Huber urteilt weiter: «Ein Krisenmanagement war und ist nicht vorhanden. Man hat die bestehenden Probleme wieder nicht auf den Tisch gebracht. Es war ein arroganter Auftritt. Man fordert viel, ist aber nicht bereit, etwas zu geben. So blieben mögliche Sponsoren und Investoren im Dunkeln. Das weckt ungute Gefühle. Muss man etwas verstecken?»
«In Sackgasse manövriert»
Die Kommunikation war höchst unprofessionell, urteilt der Kommunikationsberater. «In Krisensituationen gibt es nur eine Stimme, die die Botschaften gegen aussen vertritt.
Am Donnerstag haben aber höchst unterschiedliche Personen unterschiedliche Aussagen abgegeben. Zurück bleibt ein verstörtes Publikum.» Damit aber habe sich der FCSG «in eine Sackgasse manövriert».
Gibt es Aussicht auf Besserung? «Es wird schwierig. In der jetzigen Situation wird kein Geld für einen uneinsichtigen Sportclub fliessen.
Nur wenn der FCSG sofort auf Transparenz setzt, wenn ein kompetenter Krisenmanager demütig die Positionen des Clubs vertritt und endlich eine echte Bereitschaft herrscht, die dringend nötigen personellen und strukturellen Veränderungen umzusetzen, dann könnte der Wind drehen.» Hubers Schlussfolgerung: «Der FCSG leidet am Swissair-Syndrom, denn das Management des Fussballclubs hat interne Strukturen, die es verhindern, eine klare Aussensicht wahrzunehmen. Dies zeigt sich übrigens auch bei den meisten anderen Schweizer Fussballclubs.
Deren Kommunikation ist bedenklich schwach.»
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Spaniens Botschafter macht vor, wie man es NICHT macht
16. August 2010 von PatrickSenn | keine KommentareDie Gratiszeitung «20 Minuten» berichtet regelmässig über Diebstähle und Überfälle auf spanischen Autobahnen, bei denen Feriengäste zu Schaden kommen. In der Ausgabe vom Freitag, 13. August, nimmt der spanische Botschafter in der Schweiz, Fernando Riquelme Lidòn Stellung. Und gibt ein gutes Beispiel dafür, wie man es definitiv nicht machen darf. Seine fünf grobsten Fehler:
- Opfer nicht ernst nehmen: Jeder, der einmal Opfer eines Diebstahls oder gar eines Überfalls geworden ist, weiss, dass ein solches Ereignis ein Trauma heraufbeschwören kann. Alpträume, Schreckzustände. Ein solches Ereignis als «läppisch» zu bezeichnen beweist fehlendes Einfühlungsvermögen und muss von den Opfern als Ohrfeige empfunden werden. Ein solches Zitat in der Titelzeile potenziert den Schaden. Das Bedauern, und zwar aufrichtiges, muss gleich zu Beginn kommen, nicht am Ende des Gesprächs.
- Herunterspielen: Es ist der Klassiker: Lidòn spricht von Einzelfällen. Ein argumentationslogischer Unsinn: Einzelfälle im Plural gibt es nicht. Entweder ist es ein Einzelfall, also eben ein einziger, oder es sind mehrere Fälle.
- Tatsachen leugnen: Lidòn behauptet, «die Opfer wurden zudem weder mit Gewalt noch mit Waffen bedroht.» Auf der selben Seite erzählt ein Opfer das Gegenteil und wird sogar im Titel so zitiert: «Er hat uns den Reifen durchstochen und mich mit dem Messer bedroht.» Warum glaubt der Leser dem Opfer eher? Weil der Botschafter mit all‘ den unglücklichen Aussagen seine Glaubwürdigkeit schon völlig an die Wand gefahren hat.
- Negativ konnotierte Begriffe negieren: Lidòn sagt wörtlich: «Von einer Raubüberfallserie zu sprechen, ist völlig übertrieben.» Das Wort «Raubüberfallserie» ist negativ. Auch in der negierten Form löst es ein Bild aus, das geeignet ist, Touristen abzuschrecken. Das Phänomen ist in der Kommunikationspsychologie bekannt: Die Aufforderung «Denke nicht an einen rosaroten Elefanten» führt dazu, dass genau dieses Bild vor dem geistigen Auge entsteht. Dasselbe gilt wieder, wenn der Botschafter sagt: «Bei den Tätern handelt es sich nicht um Mörder.» Voilà: Das Bild ist schon entstanden.
- Keine adäquate Botschaft: Bleibt die Frage: Was ist des Botschafters Botschaft? «Spanien ist ein sicheres Land»? «Das sind läppische Diebstähle?». Oder noch schlimmer: «Wir können diese Leute nicht ins Gefängnis stecken, weil die Polizei nur eine kleine Beute findet?» Solche Botschaften helfen in der Krise nicht, wie oben gezeigt.
Eine gute Botschaft für eine Krisensituation soll lösungsorientiert, zukunftsgerichtet und programmatisch sein. Zum Beispiel: «Lassen Sie uns das Problem gemeinsam angehen.» Der Botschafter gibt dann Verhaltenstipps, wie man der Gefahr aus dem Weg geht und ermuntert Touristen, der Polizei Meldung zu erstatten wenn sie Tätern begegnen, die es bei ihnen versucht haben.
Duisburg: Verantwortliche von Tragödie überrascht, überrumpelt und überfordert.
30. Juli 2010 von Roland Binz | keine KommentareAls wäre die Massenpanik an der Loveparade in Duisburg nicht tragisch genug: Veranstalter und Stadtbehörden verschlimmern mit ihrer hilf- und strategielosen Kommunikation mehr als nur ihre eigene Situation – und verursachen so schwer abschätzbare Folgeschäden. Von Krisenkommunikation kann da keine Rede sein. Der Rücktritt des Oberbürgermeisters ist deshalb als Konsequenz unausweichlich geworden. Bei aller Kritik gibt es indes eine Akteurin, die vorbildlich und souverän agiert und kommuniziert. Ganzer Artikel lesen auf dem Krisenblog
Mitgliedertreffen 03. Juni – Krisenmanagement beim Bund
1. Juni 2010 von admin | keine KommentareDas Mitgliedertreffen vom 03. Juni findet um 17:00 Uhr im Au Premier direkt im HB Zürich statt.
Wir freuen uns sehr, Herrn Nicolas Mueller, Leiter der Krisenmanagementausbildung des Bundes, als Referenten gewonnen zu haben. Herr Müller spricht über seine langjährigen Erfahrungen im Krisenmanagement auch beim Roten Kreuz. Er wird über die Krisenmanagementausbildung des Bundes erläutern, das Portfolio der KMA des Bundes mit Fokus auf die vergangene Strategische Führungsübung SFU 09 vorstellen, über die Stakeholder und die damit verbundenen Herausforderungen sprechen und ein grösseres Projekt im Bereich nationales Krisenmanagement vorstellen.
Wir freuen uns über zahlreiche Anmeldungen, die über das Doodle http://www.doodle.com/7q993qetcr44fvcu möglich sind. Eine Bearbeitung der bereits getätigten Einträge ist über den unter der Tabelle stehenden Link >> einen Eintrag bearbeiten möglich.
Mitgliedertreffen vom 05. Mai – Lawinenunglück im Diemtigtal
14. April 2010 von Gaudenz Weber | keine KommentareWir freuen uns sehr, am nächsten Mitgliedertreffen am Mittwoch, 05. Mai, Sascha Hardegger von der REGA begrüssen zu dürfen. Er wird uns das Lawinenunglück im Diemtigtal aus kommunikativer Sicht näher bringen und über seine Erfahrungen als Kommunikationsleiter der REGA sprechen.
Er betont, dass er sich über einen regen Austausch und eine lehrreich Diskussion freut. Deshalb freuen wir uns über weitere zahlreiche Anmeldungen, die über das Doodle möglich sind. Änderungen in der Liste sind am Schluss über den Link <<einen Eintrag bearbeiten möglich. Bitte nur eigene Einträge ändern. Anmeldungen sind auch per Mail möglich.
Wir treffen uns um 17:00 Uhr im Lindensaal der Linde Oberstrass. Anfahrtsplan.
Mitgliedertreffen 10.02.10 – Krisenstabsarbeit – sensible Bankdaten, Informanten und der Geheimdienst
17. Februar 2010 von Gaudenz Weber | keine KommentareAm letzten Mittwoch schilderte uns Andre Jacomet, Ausbildung + Entwicklung (andrejacomet.ch), beim Mitgliedertreffen seine Arbeit als Krisenstabsleiter in einem lichtensteinischen Finanzunternehmen. Der nicht nur aktuelle, sondern durchaus auch filmreife Fall beinhaltete alle Komponenten einer komplexen und hochdynamischen Situation, bei der schnelles, unkonventionelles und manchmal eben auch improvisiertes Handeln zur erfolgreichen Bewältigung der Krise ausschlaggebend war.
Das betreffende Unternehmen wurde unverhofft und abrupt mit einer existenzbedrohenden Situation konfrontiert, die so in den Krisen-Szenarien und -Vorkehrungen nicht vorhanden war. Die Beratung und Unterstützung von externen Beratern war für das Institut von grösster Wichtigkeit, da zum einen der Krisenstab selbst in die Krise verwickelt hätte sein können und zum anderen die Thematik für das Lichtensteiner Finanzumfeld hoch emotional und destabilisierend war. Der berühmte “Blick von aussen” war wohl entscheidend für die Bewältigung der Situation. Zudem wurde das Unternehmen natürlich in professioneller Datenbeschaffung und Krisenstabsarbeit unterstützt.
Andre Jacomet überraschte die Mitglieder des Verbandes an diesem Abend mit einer Entwicklung des Falles, die man sonst nur aus dem Kino kennt. Geheime Treffen, Überwachung durch den Geheimdienst, abgehörte Telefone und Autoverfolgungsjagden. Der Fall ist derart brisant, dass hier auf weitere Details verzichtet werden muss. Vielen Dank an Andre für die lebhafte und engagierte Nacherzählung eines sehr lehrreichen Krisenfalles.
Wie man blitzschnell eine Marke abwrackt
15. Februar 2010 von Gaudenz Weber | keine KommentareThomas Hillebrand gibt auf Spiegel Online eine sehr polemische Anleitung zum Abwracken einer Marke – Toyota in diesem Falle.
Der Blog Menschen im Vetrieb liefert die Zusammenfassung, die heri wiedergegeben wird:
Ein Lehrbuchfall für misslungene Krisenkommunikation!
Unternehmerischer Erfolg ist wie Skibergsteigen. Auf den Gipfel zu steigen ist beschwerlich und dauert sehr lange. Wenn man einmal oben ist, kann man aber sehr schnell wieder abfahren – mitunter schneller, als einem lieb ist.
Wenn Sie neidisch sind auf die enorme Dynamik und Geschwindigkeit bergab, die Toyota in den letzten Wochen gezeigt hat, dann kann ich Sie trösten! Sie können das auch:
- Erster Schritt: Sie manövrieren sich in einen Krise gewaltigen Ausmaßes. Sie bauen so richtig Mist! Schlechteste Qualität in Ihren Produkten oder Dienstleistungen z.B.
- Zweiter Schritt: Sie warten! Augen zu, Ohren zu und ja nichts sagen.
- Dritter Schritt: Wenn der Druck der Presse zu groß wird – verstecken Sie sich als Chef. Schicken Sie immer einen (bedeutungslosen) Mitarbeiter an die PR – Front.
- Vierter Schritt: Lösen Sie das Problem nicht bei den Wurzeln. Betreiben Sie nur Kosmetik.
- Fünfter Schritt: Zuerst denken Sie immer an Ihre Betriebsergebnis, dann erst an Ihre Kunden. Vielleicht erhöhen Sie gerade jetzt die Preise. Das wirkt!
- Sechster Schritt: Streiten Sie alles ab und weisen Sie die Schuld immer anderen zu (z.B. den Zulieferern)
- Siebenter Schritt: Lenken Sie mit banalen Dingen vom Hauptproblem ab. Verwöhnen Sie die Presse (vorallem jene, die am lautesten schreien) mit kleinen Geschenken.
- Achter Schritt: Und das wichtigste! Spielen Sie auf Zeit! Irgendwann löst sich jedes Problem. Auch das Ihrer “guten” Marke.
Toyota hat es vorgezeigt – machen Sie es NICHT nach!
Swiss will Netzwerk für Krisenkommunikation nutzen
21. Januar 2010 von Gaudenz Weber | keine KommentareWie persönlich schreibt, nutzen bereits viele Unternehmen Facebook und Co. zur Krisenkommunikation. Im Artikel schreiben Sie insbesondere über die Swiss.
1,5 Millionen Schweizer treffen sich auf Facebook zum Austausch mit Freunden und Bekannten. Nun haben mehrere Schweizer Firmen das Potenzial solcher Plattformen erkannt, wie die Zeitung “Sonntag” berichtet. So habe beispielsweise die Fluggesellschaft Swiss eine Stelle speziell für die Betreuung von Facebook und Twitter kreiert. Man sei noch am Erfahrungen sammeln, sagt Swiss-Sprecherin Andrea Kreuzer. Twitter und Facebook sind aber bereits als Informationskanäle für den Fall einer Krise in den Kommunikationsplan eingebunden: “Falls es zu einem Unfall kommt, werden die neusten Informationen an die klassischen Medien geschickt, sowie über die Online-Netzwerke kommuniziert.” Mittlerweile zählt die Swiss-Seite mehr als 10’000 Fans, wie der “Sonntag” weiter schreibt. “Noch vor einem Jahr waren die Firmen eher zurückhaltend, heute wollen sie aber von sich aus auf Facebook präsent sein”, sagt Daniel Jörg von der PR-Agentur Burson-Marsteller.
Auch bei Knorr-Produzentin Unilever nutzt man Facebook. So werde die Plattform beispielsweise bei der Mitarbeiter-Rekrutierung eingesetzt. Auch die Credit-Suisse möchte diese Möglichkeit in Zukunft in Anspruch nehmen, heisst es im Bericht weiter. Seit Dezember ist zudem Migros auf Facebook zu finden. “Wir prüfen derzeit eine Nutzung von Twitter und wir platzieren Werbespots vermehrt auf Youtube”, sagt Migros-Spercherin Olivia Luginbühl. “Weitere Social-Media-Projekte sind in Konzeption.” Weiter bestätigen die Firmen Zweifel, Swisscom, die Post, Rivella, das Schweizer Fernsehen und Nestlé, dass es Pläne zur stärkeren Nutzung von Online-Plattformen gibt.
Es geht auch anders… Beispiel Langenthal
26. Mai 2009 von Roland Binz | keine Kommentare
Tödlicher Fehler im Spital Langenthal BE: Eine 73-jährige Frau ist am 18. Mai nach einer Routine-Operation verstorben. Ihr wurde offenbar ein Beutel mit der falschen Blutgruppe angehängt. Mit diesem tragischen, potenziellen Krisenfall sah sich das Oberaargauer Spital urplötzlich konfrontiert. Doch im Gegensatz zum Spital Baden, reagiert Langenthal mit einer aktiven, transparenten und mitfühlenden Kommunikation. Ein Musterbeispiel.
«Es ist aber noch nicht abschliessend geklärt, ob die Frau tatsächlich an der falschen Transfusion starb», sagte Spitaldirektor Hans Peter Kuert gegenüber den Medien. Der Fehler sei umgehend nach der Operation festgestellt worden, trotz sofort eingeleiteten Rettungsmassnahmen habe man die Frau aber nicht mehr retten können. «Die ganze Verwechslung ist ein Schock für uns», erklärte Kuert. Und weiter: Ein derartiger Fehler dürfe nicht passieren. Die ganze Angelegenheit werde intern intensiv geprüft. Es handle sich um den ersten derartigen Zwischenfall in Langenthal. Die betroffenen Mitarbeiter des Spitals werden psychologisch betreut.
Kurzanalyse: Im Gegensatz zum Kantonsspital Baden (siehe unten) steht hier der Chef, der Spitaldirektor, persönlich hin. Das Spital kommuniziert offensiv und bringt den Fall selber aktiv an die Öffentlichkeit. Es signalisiert Transparenz, gesteht von Beginn weg mögliche Fehler ein. Das schafft – bei aller Tragik des Todesfalls – Vertrauen und stärkt trotz der schwierigen und rufschädigenden Situation die Glaubwürdigkeit in das Spital Langenthal. Die Spitalleitung hatte sich offensichtlich präventiv auf mögliche Komplikationen vorbereitet.
Mehr Aktuelles zum Thema Krisenkommunikation von Spitälern auf dem Krisenblog von Roland Binz
